1. Kapitel: Vor Gründung der Arbeiterkammern

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Schon 1848: "Wir brauchen Arbeiterkammern!"
Das Leben der ArbeiterInnen ist von überlangen Arbeitszeiten, Hungerlöhnen und unmenschlichen Arbeitsbedingungen gekennzeichnet. Ihre Unzufriedenheit ist groß. Seit 1867 gibt es das Recht auf Vereins- und Versammlungsfreiheit, für die Gründung von Gewerkschaften allerdings droht Kerkerstrafe. Daher entstehen Arbeiterbildungsvereine.

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Victor Adler ist eine der prägenden Persönlichkeiten der ArbeiterInnenbewegung. Eines seiner Anliegen ist der Aufbau starker Gewerkschaften. 1893 tagt in Wien der erste Reichskongress der Freien Gewerkschaften Österreichs. Anna Boschek, die Pionierin der gewerkschaftlichen Frauenorganisation und Gewerkschaftssekretär Anton Hueber kämpfen unermüdlich für menschenwürdige Arbeits- und Lebensbedingungen. Die Reichskommission der christlichen Gewerkschaften Österreichs wird 1906 gegründet.

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Während des Revolutionsjahres 1848 schließen sich erstmals Arbeiterinnen und Arbeiter in Österreich zusammen. Sie fordern politische Mitbestimmung, eine geregelte Arbeitszeit, soziale Rechte und Zugang zu Bildung.
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Die Verkürzung der Arbeitszeit ist die zentrale Forderung der ArbeiterInnenbewegung. Der Achtstundentag kann aber erst 1918 erreicht werden.

gewerkschaftsversammlung

Die Kollektivverträge sind das wichtigste Instrument, die „Magna Charta“ der Gewerkschaften. Durch den Abschluss von Kollektivverträgen wollen die Gewerkschaften einheitliche und bessere Regelungen für die Arbeiterschaft erreichen. Die ersten, die Kollektivverträge abschließen, sind die Buchdrucker. Sie sind die Pioniere, denen rasch andere Branchen folgen, bis 1920 das Parlament der demokratischen Republik ein eigenes Kollektivvertragsgesetz verabschiedet.

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Seit 1848 gibt es Handelskammern. Die Forderung nach Arbeiterkammern hat noch keine Chance. Das erste Arbeiterkammergesetz wird erst am 26. Februar 1920 beschlossen.

 Nicht nur politische Mitsprache und soziale Verbesserungen, sondern Bildung, Lesen und Schreiben lernen, zählten zu den wichtigsten Forderungen der ArbeiterInnen. 1870 erreicht sie das Koalitionsgesetz, das auch die Strafandrohung bei Gewerkschaftsgründung beseitigte. Seit diesem Zeitpunkt wächst die Zahl der gewerkschaftlichen Fachvereine rasch an.
 
Wozu Arbeiterkammern
und Gewerkschaften?
Wie leben die Menschen?
In der Monarchie
um 1910
 
Um 1910 kommt es zu hohen Preissteigerungen bei Lebensmitteln. Brot- und Mehlpreise verdoppeln sich, Fleisch ist unerschwinglich. Auch die ständig steigenden Mietpreise sind eine große finanzielle Belastung für die Menschen. Um Kosten zu sparen wird verbotenerweise im Wienerwald Brennholz gesammelt und bei den Bauern der Umgebung Zucker gegen Kartoffeln getauscht.
Familien leben, wohnen und arbeiten auf engstem Raum. Um das Familienbudget ein wenig aufzubessern, werden Betten an sogenannte „Bettgeher“ vermietet, oder noch zusätzlich  „Heimarbeit“ angenommen.
Das Leben wird immer teurer
Enge Arbeiterquartiere
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Findelkinder landen bei Pflegeeltern am Land oder in Waisenhäusern.
Mit den niedrigeren Frauenlöhnen wird oft versucht auch die Männerlöhne zu drücken. Kinder finden wenig Zuwendung, viele können weder lesen noch schreiben. Hunger und Krankheiten sind ständige Begleiter.
 
Hohe Kindersterblichkeit
Schlechte Ernährung, schlechte Wohnbedingungen und oft auch Kinderarbeit führen zu Mangelerscheinungen, die Säuglingssterblichkeitsrate liegt bei 15 Prozent.
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Seit 1869 gibt es die 8jährige Schulpflicht, Fabrikarbeit ist seit 1885 für Kinder bis 14 Jahre verboten. Eingehalten wird das nicht. Die Kinder müssen ihren Beitrag zum Familienbudget leisten, entweder durch Heimarbeit, Gelegenheitsarbeiten in der Stadt oder auf dem Land, oft auch durch Sammeln von verlorenen Kohlestücken oder Kartoffeln auf der Straße oder auch durch Betteln. Viele leiden an chronischer Erschöpfung und Überanstrengung. Wenn überhaupt gibt es Unterricht erst nach der Arbeit. Für Schulsachen ist kein Geld da, auch Schuhe kennen viele Kinder nicht. Erst ab 1917 wird der hohen Sterblichkeitsrate von Säuglingen und Kleinkindern durch die Einrichtung von Mütterberatungsstellen entgegen gewirkt.
 
In Wien leben Menschen aus aller Welt. Um 1910 hat die Stadt rund 2 Millionen Einwohner. Während einige Bankiers, Adelige, Baumeister vom Aufschwung profitieren, sind Arbeiter, Dienstboten und Kinder erfinderisch, wie sie karges Familieneinkommen aufbessern können.
Manch mutiger Dienstherr nutzt die ersten Autos. Um 1906 werden Kennzeichen ausgegeben.
Kohleverkauf am Währinger Gürtel
"Das mechanische Pferd"
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Einige Dienstboten müssen ihre Arbeitszeiten aufzeichnen.
 
Das allgemeine, gleiche, freie Wahlrecht
1907 für Männer
1918 für Frauen
 
Für die Arbeiter geht es aufwärts: Arbeitsbücher werden abgeschafft, Kinderarbeit verboten. Lehrlinge werden als Arbeitskraft anerkannt, das Angestellten- und Heimarbeitsgesetz erlassen. Es gibt die Sonn- und Feiertagsruhe, Arbeiter bekommen einen Anspruch auf Urlaub und der 8-Stundentag wird eingeführt. Endlich gibt es Kollektivverträge, Einigungsämter und Betriebsräte.
Ausrufung der Republik Deutsch-Österreich
12. November 1918
Lernen Sie Max, Anna und Julie kennen.
MAX
geboren 1880
Ziegelarbeiter, Tagelöhner
ANNA
geboren 1888
Fabrikarbeiterin
JULIE
geboren 1896
wird das Erwachsenenalter nicht erleben

Klicken Sie sich durch die Biographien und leben Sie den Alltag der Familie mit.

Max ist gelernter Weber, er wird in Böhmen geboren. Rundherum herrscht großes Elend. Das Geld reicht hinten und vorne nicht aus, und der Lohn wird aufgrund der vielen Arbeitssuchenden ständig gedrückt. Nach seiner schweren Lehrzeit in einer Weberei im Nachbardorf, lernt Max Anna kennen. Sie verlieben sich und bald wird Anna schwanger. Weil Max weder in seinem Heimatort noch in der Umgebung Arbeit  findet, lässt er die schwangere Anna zurück, um in Wien eine neue Existenz für sie aufbauen zu können. Er geht zu Fuß in das 400 km entfernte Wien, nur einen kleinen Rucksack und ein Bild von Anna mit dabei.

Max versucht verzweifelt einen anständigen Arbeitsplatz zu finden. Er will Anna und dem Kind ein schönes Leben ermöglichen. Max versucht alles. Er nimmt Aushilfsjobs an, versucht sich als Breznschani im Böhmischen Prater und arbeitet als Hilfsarbeiter in den Ziegelfabriken im Süden Wiens. Eine fixe Stelle findet er aber nicht. Zunehmend wird ihm klar, dass er nicht das nötige Geld zusammensparen kann, um Anna und das Kind nach Wien holen zu können.
Zeitweise lebt Max in der Kanalisation
Max übernachtet als „Bettgeher“ bei einer Arbeiterfamilie, die sich durch den Verleih eines Bettes ein Zubrot verdienen will. Gegen Ende des Monats, wenn das Geld schon besonders knapp ist, kommt es vor, dass sich Max, wie auch viele andere in den unterirdischen Gängen der Wiener Kanalisation einen Schlafplatz sucht. Der Kontakt zu Anna wird immer spärlicher, und bald meldet er sich gar nicht mehr.
Mangelhafte Ernährung, fehlende Hygiene und der steigende Alkoholgenuss tragen dazu bei, dass Max bald nicht mehr einer regelmäßigen Arbeit nachgehen kann. Nach einer Verletzung am Fuß entzündet sich die Wunde mehr und mehr. An einem besonders kalten Tag im Jänner 1914 wird Max unter einer Eisenbahnbrücke in der Nähe des Wiener Praters tot aufgefunden. Er ist nur 34 Jahre alt geworden. Sein Kind hat er nie gesehen. Im Sommer dieses Jahres wird der Erste Weltkrieg ausbrechen.
Anna und Max verlieben sich. Anna wird schwanger, aber das Geld für eine Heirat fehlt. Schon kurz nach der Geburt der Tochter findet Anna Arbeit in einer Galvanisierungswerkstätte in der Stadt. Sie arbeitet mehr als 10 Stunden täglich. Mit dem Geld aus der Fabrik muss Anna auch ihre Geschwister und den verwitweten Vater versorgen. Nach der Fabrik wartet der Haushalt.
Hunger ist ständiger Gast und die Kinder besitzen weder Schuhe noch Wintermäntel. Alle versuchen das Familienbudget durch Heimarbeit und Holzsammeln ein wenig zu verbessern. Doch das Holzsammeln ist offiziell verboten. Oft kommt es vor, dass die Frauen und Kinder mit leeren Händen in ihre Wohnungen zurückkehren.
Anna verätzt sich in der Galvanisierungswerkstätte Hände und Gesicht. In der Folge wechselt sie oft die Arbeitsstelle, wie ihrem Arbeitsbuch zu entnehmen ist. Sie hofft, dass Max in Wien Wohnung und Arbeit gefunden hat, hat aber schon lange nichts mehr von ihm gehört. So übersiedelt sie mit ihrer kränkelnden Tochter vor dem Ausbruch des 1. Weltkrieges nach Wien, nicht wissend, dass Max zu diesem Zeitpunkt bereits tot ist.

Mit Mühe und Not findet sie Arbeit und Unterkunft. Manchmal ist das Geld so knapp, dass sie sich bei öffentlichen Ausspeisungen von Wohltätigkeitsvereinen anstellen muss, um zumindest manchmal für sich und ihr Kind eine warme Mahlzeit zu bekommen. Die kränkelnde Julie stirbt im Alter von 10 Jahren an der „Wiener Krankheit“, der Tuberkulose.
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Nach dem 1. Weltkrieg findet Anna in einem Wiener Industriebetrieb Arbeit und profitiert von den neuen sozialen Errungenschaften, wie etwa dem Achtstundentag und dem geregelten Urlaubsanspruch. Sie wird Mitglied eines Konsumvereines. Ihrer Gesundheit zuliebe tritt sie einem Arbeiterinnen-Turnverein bei. Am 1. Mai spaziert sie mit anderen ArbeiterInnen in den Wiener Prater.

Julie lernt ihren Vater nie kennen. Die Mutter arbeitet viel, in der Nacht hört Julie sie weinen. Spielsachen oder Bücher besitzt sie nicht. Manchmal singt ihr die Mutter, während sie die Kleidung ausbessert, Lieder vor. Julie ist sehr klein und zart, hat sehr oft Fieber und Husten. Ihre Mutter stellt sich oft stundenlang an, um ein wenig Milch als Zusatzration für die kleine Julie zu ergattern. Vergeblich. Julie stirbt im Alter von 10 Jahren an der „Wiener Krankheit“, der Tuberkulose. Eigentlich hatte sie nur davon geträumt einmal mit dem Ringelspiel im Wiener Prater zu fahren und eine große Portion Zuckerwatte ganz alleine zu essen.

Viele Kinder sind völlig auf sich selbst gestellt. Organisationen wie die Kinderfreunde kümmern sich darum, dass Kinder zumindest einmal am Tag eine warme Mahlzeit bekommen. 1916 wird am Laaer Berg der erste „Kinderberg“, eine Tagesheimstätte, eröffnet. Girzenberg, Kobenzl und Schafberg folgen. Trotzdem: Rosige Zukunftsaussichten für ledige Arbeiterkinder wie Julie gibt es nicht. Erst die Sozialgesetzgebung der Ersten Republik wird Verbesserungen bringen.
Ausspeisungen

WAS IN DIESER ZEIT GESCHAH         

 FÜR SIE ERREICHT

1859
1848

Henri Dunant gründet das "Rote Kreuz" nach der Schlacht von Solferino.

Spatenstich für die Arbeiten an der Donauregulierung in Wien. 

Die Gewerbeordnung verbietet Kinderarbeit unter 10 Jahren in Unternehmen mit mehr als 20 Arbeitskräften.
Staatsgrundgesetz
ab 1870 erste betriebliche Kollektivverträge, Aufhebung des Koalitionsverbotes
Gründung von Handelskammern mit Pflichtmitgliedschaft. Die Forderung nach Arbeiterkammern ist vergeblich.
1861
1867
1870
Gewerkschaftsgründungen, Streiks und Aussperrungen  werden entkriminalisiert. Bisher gab es dafür die Kerkerstrafe.
Arbeiterkammern sollen wie die Handelskammern ein Begutachtungsrecht für Gesetzesentwürfe bekommen, die soziale Lage erforschen und dokumentieren und das Recht haben, Abgeordnete in eine neue „Arbeiterkurie“ des Reichstag zu entsenden – wie die Handelskammern in die Unternehmerkurie.
1883
1872

Erste Sitzung im neugebauten Parlament an der Wiener Ringstraße. 

Der Wiener Gemeinderat bezieht das neue Rathaus an der Wiener Ringstraße.

Das Wiener Burgtheater wird eröffnet.

Einführung von Gewerbeinspektoren zur Kontrolle von Arbeitsbedingungen.
11-Stunden-Tag für Fabriksarbeiter: Kinderarbeit und Nachtarbeit von Frauen ist verboten.
Dem Parlament wird erstmals der Entwurf eines „Arbeiterkammergesetzes“ vorgelegt.
Unfall- und Krankenversicherung für FabrikarbeiterInnen und Industrieangestellte.
10 Heller Briefmarke
Der Verein „Volksstimme“ verlangt vom Reichsrat (=Parlament) die Errichtung von Arbeiterkammern. Die „Petition“ wird aber abgelehnt.
1885
1886
1888
Arbeiterkammern sollen wie die Handelskammern ein Begutachtungsrecht für Gesetzesentwürfe bekommen, die soziale Lage erforschen und dokumentieren und das Recht haben, Abgeordnete in eine neue „Arbeiterkurie“ des Reichstag zu entsenden – wie die Handelskammern in die Unternehmerkurie.
Die meisten Arbeiterorganisationen lehnen den  Gesetzesentwurf jedoch ab. Sie wollen keine „Arbeiterkurie“, sondern ein von allen Bürgern demokratisch gewähltes Parlament und eine gesetzliche Interessenvertretung, die mit entsprechenden Rechten ausgestattet ist.
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1897
1890
1895

Die erste große 1. Mai Demonstration findet in Wien statt. Gefordert wird der Achtstundentag.

Die Wiener Tramway nimmt ihren Betrieb auf.

Kaiserin Elisabeth "Sissi" wird in Genf ermordet

Frauen werden an der MedUni zugelassen, neue Währung: die Krone (100 Heller) ersetzt den Gulden
Sigmund Freud: Traumdeutung
Sonntagsruhe für das Handelsgewerbe
Der Wiener Graben um 1900
1898
1899
1900

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1904

Am Graben wird ein unterirdische WC-Anlage im Jugendstil errichtet. Diese ist heute noch in Betrieb.

Bertha von Suttner erhält den Friedensnobelpreis, Wahlrechtsdemonstrationen in Wien

Erstmals werden in der Monarchie Kennzeichen für Kraftfahrzeuge ausgegeben.

Der Volksgarten in Wien wird eröffnet, das Denkmal für Kaiserin Elisabeth enthüllt.

Fund der Venus von Willendorf.

Die Arbeitsbücher werden vom Obersten Gerichtshof als unmoralisch erklärt.
Angestelltenpensionsrecht, Verbot des "Weißen Phosphors" in der Streichholzherstellung
Einführung des allgemeinen, gleichen, geheimen und direkten Wahlrechts für Männer und erste demokratische Wahlen
1905
1906
1907
1907
1908
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In Willendorf an der Donau wird beim Bau der Eisenbahn eine 11 cm große Figur aus Kalkstein gefunden. Die "Venus von Willendorf" ist vermutlich 25.000 Jahre alt.
1913
1909
1910
1911
1912

Teuerungsdemonstration vor dem Wiener Rathaus und Zusammenstöße in Ottakring.

Die "Titanic" sinkt vor der Küste Neufundlands, 1513 Menschen kommen ums Leben.

Positiv verlaufende Erdölbohrungen im Süden von Wien. Das Luftschiff von Graf Zeppelin landet.

Erster Flug der "Etrich-Taube" am Flugfeld von Wiener Neustadt.

Bürgermeister Karl  Lueger stirbt.

1920
1919
1918
1917
1916
1914

Friedensverträge für Österreich
mit harten Bedingungen (St. Germain)

Die 1. Republik wird ausgerufen.

Friedrich Adler, der Sohn von Victor Adler Adler ermordet Ministerpräsident Stürgkh. Sein Prozess ist eine Anklage gegen den Krieg. 

Der Erste Weltkrieg bricht aus.

Die konstituierende Nationalversammlung beschließt die neue Verfassung der Republik Österreich. Kärntner Volksabstimmung: Kärnten bleibt bei Österreichs.

26.2.1920: Beschluss des AK Gesetzes. Die Arbeiterkammern sind gegründet. 22. Oktober 1920: Die sozialdemokratischen Minister scheiden aus der Regierung aus.

Der Kongress der sozialdemokratischen Freien Gewerkschaften fordert kategorisch die Errichtung von Arbeiterkammern als „Schutzschild“ für die sozialen Errungenschaften. Auch die christlichen Gewerkschaften machen sich für die Errichtungen von Arbeiterkammern stark.

Streikbewegung der österreichischen Arbeiter; Friedensforderungen.
Tschechische Sozialdemokraten fordern im Reichsrat die Errichtung von Arbeiterkammern. 

Ab 1914 unterliegen Betriebe dem Kriegsdienstleistungsgesetz, soziale Errungenschaften werden wieder aufgehoben: Im "Burgfrieden" verzichtet die Arbeiterbewegung auf die Opposition gegen die Kriegsregierung.
Der Metallergewerkschafter Franz Domes und Karl Renner bringen erstmals den Entwurf eines Arbeiterkammergesetzes ein. Es wird aber bis zum Ende des 1. Weltkriegs nicht mehr beschlossen.
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60
Stunden (Arbeitszeit pro Woche)
0
Tage (bezahlter Urlaub)
18
Kronen (Lohn pro Woche, um 1910)
1
KRONE (Preis pro kg Kartoffeln)
12
Kreuzer (Preis pro Strassenbahn-Fahrschein)

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ROBERT OWEN

Der britische Sozialreformer formuliert um 1830 die Forderung „8 Stunden Arbeit – 8 Stunden Freizeit – 8 Stunden Schlaf“. 1889 wird der 1. Mai von der Internationale der Sozialdemokratischen Arbeiterbewegung zum Weltfeiertag der Arbeit beschlossen. Am 1. Mai 1890 findet in Wien eine große Demonstration statt. Gefordert wird der Achtstundentag.