4. Kapitel: Aufschwung der Wirtschaft

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1956 und 1970
Österreich zwischen

In allen Lebenslagen geht es bergauf. Durch die Hochkonjunktur herrscht bei Männern Vollbeschäftigung.

Wirtschaftsaufschwung: Jetzt werden auch Frauen als Mitarbeiterinnen umworben, und Mädchen kommen leichter zu Lehrstellen.

Die Paritätische Kommission sorgt für eine Balance in der Entwicklung von Löhnen und Preisen. So bekommen auch ArbeitnehmerInnen ihren gerechten Anteil am Wirtschaftswachstum. 

Langlebige Konsumgüter zeigen, dass die Krisenzeit überwunden und ein bescheidener Wohlstand eingekehrt ist. Fernsehen wird beliebt.

In die Haushalte ziehen elektrische Geräte ein, mehr und mehr Menschen können sich auch ein Auto leisten.

 

Aus der AK

Es gelingt, die Arbeitszeit etappenweise auf 40 Stunden zu verkürzen. Parallel dazu steigt der Mindestanspruch auf Urlaub, und der Nationalfeiertag wird arbeitsfrei.

Das Sozialversicherungsrecht tritt 1956 in Kraft. Es sichert die Menschen bei Krankheit, Unfall und in der Pension ab.

Weil die Preise so stark steigen, baut die AK eine Einkaufsberatung auf und beginnt mit Preisinformationen. Der Konsumentenschutz ist geboren.

Die Ausstellung „Schutz dem Konsumenten“ besuchen 20.000 WienerInnen. Der VKI entsteht.

Die Arbeiterkammer setzt auf Bildung und organisiert Kurse

 

Max, Anna & Julie

Max, geboren 1936, Maschinenschlosser

Max ist gelernter Maschinenschlosser und überzeugtes Gewerkschaftsmitglied. Er bildet Lehrlinge aus und freut sich über die Verbesserungen in der Arbeitswelt.

Max ist das Familienoberhaupt. Er entscheidet. Gerade ist er mit seiner Familie in eine neue Wohnung gezogen. Dafür hat er bei der AK ein Darlehen bekommen.

Gleicher Lohn für gleiche Arbeit? Max streikt mit den Metallern. Gefordert werden Lohnerhöhung, Verbesserungen und die Abschaffung der diskriminierenden Frauenlohngruppen.

Max macht den Führerschein. Im BFI-Kurs wird er ohne Gefahr am Fahrsimulator „Drivotrainer“ die Bedienung des Fahrzeugs erlernen.

Anna, geboren 1938, Verkäuferin

1959 - beim 1. Kind - musste Anna kündigen, um zu Hause bleiben und Arbeitslosengeld zu bekommen. 1962 bekommt sie Geburtenbeihilfe und ein Jahr lang Karenzgeld.

Die Hausarbeit ist für Anna nicht mehr so anstrengend. Bügeleisen, Kühlschrank und Staubsauger hat sie schon, bald kommt eine Waschmaschine. Aber Max hilft ihr nie.

Julie, geboren 1962

Wenn Julie mit ihrer Schwester von der Schule nach Hause kommt, erwartet sie ihre. Am besten schmeckt den beiden Omas Apfelstrudel.

Julie geht in den Kindergarten, besucht Volks- und Hauptschule. Sie ist eine sehr gute Schülerin und darf als erst ihrer Freundinnen eine höhere Schule besuchen. Sie will Buchhalterin werden.

 

Für Sie erreicht

1957
Mutterschutzgesetz

1959
45-Stunden-Woche für alle, Gründung des BFI

1960
Das Säuglings-, Geburtenbeihilfe- und Karenzurlaubsgesetz wird beschlossen. Es gilt ab 1961.

1961
Gründung des VKI., Karenzurlaub für 1 Jahr plus 4 Wochen Kündigungsschutz für die Mutter, Auszahlung der Kinderbeihilfe 14x jährlich

1962
Der Metallarbeiterstreik ist der größte Lohnkonflikt seit 1945

1963
Der Beirat für Wirtschafts- und Sozialfragen der Paritätischen Kommission wird gegründet

1965
ab 1965 Verlängerung des Mindesturlaubs auf drei Wochen

1966
Der Nationalfeiertag wird arbeitsfrei

1969
AK und ÖGB definieren die Erreichung und Sicherung der Vollbeschäftigung als zentrales Ziel

1970
43-Stundenwoche

45
STUNDEN PRO WOCHE (1959)
3
WOCHEN (BEZAHLTER URLAUB, UM 1965)
742
SCHILLING PRO WOCHE (UM 1963)
1
SCHILLING (PRO KG KARTOFFELN, 1960)
2
SCHILLING (PREIS PRO STRASSENBAHN-FAHRSCHEIN, 1960)

FRIEDRICH HILLEGEIST

„Unser Hauptziel aber muß es sein, den Menschen das Gefühl sozialer Sicherheit und Geborgenheit zu geben, ohne damit ihre Selbstverantwortung zu beseitigen. Mit einem Optimum an sozialer Sicherheit soll gleichzeitig ein Optimum an persönlicher Freiheit verbunden sein.“

aus: Soziale Sicherheit, August 1959, S. 226.

Friedrich Hillegeist, Angestellter, Abgeordneter zum Nationalrat 1945-1962, Zweiter Präsident des Nationalrates 1961-1962, Vizepräsident des ÖGB 1959

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